Alma und das Einhorn

 

Alma war sieben und schon groß genug, den Weg zur Schule allein zu finden. Der Weg war nur drei Straßen und zwei Ecken weit, das findet man doch leicht. Und Alma war sowieso so eine, die alles gern allein schaffen wollte.

Sie war gerade auf der Hälfte des Weges, als ein Einhorn an ihr vorbeiging.

Ein richtiges Einhorn mit langem Schweif und weiß glänzendem Fell. Das trabte auf dem Gehweg an ihr vorbei und das Fell streifte ihre Jacke.

Bild: Christiane Lesch

Den Rest des Weges rannte Alma, was sie konnte. Sie wollte so schnell wie möglich in die Schule um ihrer Lehrerin von dem Einhorn zu erzählen.

Sie sprang in das Schulhaus, lief in den Raum der 1. Klasse und rief schon von der Tür aus: „Frau Schlomp, Frau Schlomp, rate mal, was ich eben gesehen habe!“

„Na, na, na! Nicht so wild, Alma! Erst einmal sagt man `Guten Morgen`. Frau Schlomp schaute ihr mit ernstem Lehrerblick in die Augen, dann sprach sie: „Nun, was wirst du gesehen haben? Den Müllwagen vielleicht?“

„Nein, nein, viel toller: Gerade ist ein Einhorn an mir vorbeigetrabt, ein echtes Einhorn!“

„Alma, du übertreibst wieder einmal maßlos. Das wird ein Pferd gewesen sein,“ entgegnete die Lehrerin.

„Nein, wirklich! Es war ein Einhorn! Es hatte ein wunderschönes Horn auf der Stirn und einen sooo langen Schweif!“ Alma breitete die Arme aus, soweit es ging.

Entschieden sprach die Lehrerin: „Jetzt reicht es! Es gibt keine Einhörner. Ich habe dir schon oft gesagt, dass ich deine Lügen nicht leiden kann. Ein Pferd war es und damit basta!“

Alma zog murrend ihre Jacke aus und hängte sie an die Garderobe. Dann murmelte sie vor sich hin: „Ich hab es ja gesehen und nicht du. Ein Einhorn war es, ein ganz richtiges!“

Jetzt wurde die Lehrerin zornig: „Alles kann ich ausstehen, nur keine Lügen! Du weißt, der liebe Gott hört alles und sieht alles! Heute Abend, wenn du im Bett liegst und betest, denke daran. Und bitte den lieben Gott um Verzeihung! Vergiss es nicht. Ich frage dich morgen früh. Und jetzt setze dich auf deinen Platz, der Unterricht beginnt!“

Bild: Jutta Waldvogel

Am nächsten Morgen sprang Alma fröhlich zur Klassentür herein und reichte ihrer Lehrerin die Hand. „Guten Morgen Frau Schlomp!“

„Guten Morgen Alma. Nun? Hast du gestern Abend mit dem lieben Gott gesprochen?“

„Ja, Frau Schlomp!“

„Und?“

Alma strahlte: „Ich habe es ihm genau erzählt. Und er war auch der Meinung, dass es ein Einhorn war!!!“

Bild: Cornelia Haendler „Einhorn“

Was hat Alma „wirklich“ gesehen? Ein Einhorn, ein Pferd, oder hat sie die „Einhornenergie“ eines weißen Pferdes als echtes, wahres Bild aufgenommen?

Was wäre dann Lüge, was wäre Schein und was wäre Wahrheit?

Vorhang Auf für die Phantasie!

Bild: Cornelia Haendler

Dieser Text und die Bilder entstammen dem VORHANG AUF Heft Nummer 103 „Das Einhorn“.

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Liebe Suchende,

das Einhorn ist ein Bild für die Ausbildung unserer geistigen und spirituellen Potentiale, ein Bild für Sanftmut, Friedfertigkeit, Geduld und Klarheit, für die Fähigkeit der Prophetie, für die uns innewohnende Heilkraft und für selbstlose Liebesfähigkeit. Das lichthafte Horn auf seiner Stirn symbolisiert die Kraft des Stirnchakras, jenes Energiezentrums, das auch als „Drittes Auge“ bekannt ist.
Das Einhorn erscheint zur Zeit wieder vermehrt. In künstlerischen Zusammenhängen, in kitschigen Zusammenhängen, als Bild, als Symbol und – als Erlebnis.
Ab jetzt werden auch Sie vermehrt Einhörner wahrnehmen, Ihre Aufmerksamkeit dafür wird höher sein. Es lohnt sich, sich mit Einhörnern zu beschäftigen.
Einhörner sind mächtige Helfer, im spirituellen Leben, in der Erziehung, im Alltag – allerdings nur…

…wenn wir selbst zum Einhorn werden.

Ihr Eckehard Waldow